Prediger 11: 4-6
4 Wer auf den Wind achtet, der sät nicht, und wer auf die Wolken sieht, der erntet nicht.
5 Gleichwie du nicht weißt, was der Weg des Windes ist, noch wie die Gebeine im Bauch der Schwangeren bereitet werden, so kennst du auch das Werk Gottes nicht, der alles wirkt.
6 Am Morgen säe deinen Samen, und am Abend lass deine Hand nicht ruhen; denn du weißt nicht, ob dieses oder jenes gedeihen wird, oder ob beides zugleich gut wird.
Wenn wir etwas in Angriff nehmen, sei es ein persönliches Vorhaben oder eine professionelle Herausforderung, kommt es darauf an, mit Eifer und positiver Einstellung damit zu beginnen. Wenn wir lange überlegen, wie unsere Befindlichkeit ist, ob wir gut aufgelegt, traurig, enttäuscht oder ohne Kraft sind, kann dies kein guter Anfang sein. Es gibt zwei Möglichkeiten, an die Dinge heranzugehen: körperlich oder geistig.
Der Umstand, daß eine Sache vielleicht nicht gedeihen könnte, die wir in Angriff nehmen, daß schon vieles einen schlechten Ausgang genommen hat, daß uns manches nicht gut gelungen ist, darf uns nicht vergessen lassen, wieviele Dinge wir schon bravourös gelöst haben.
Mit dem Vertrauen zu Gott ist es ebenso: Wie oft haben wir seine Gnade empfangen, wie oft haben wir gespürt, daß er in unserer Nähe ist, uns aufrichtet, uns unterstützt. So, wie wir diese guten Dinge aus der Hand Gottes gerne annehmen, so sollten wir auch nicht verzagen, wenn er unsere Gebete nicht oder zumindest nicht gleich erhört.
Das Vertruen und der Glaube an unseren Herrn darf sich nicht erschöpfen, wenn etwas in unserem Leben lange braucht, um zu gelingen. Es ist wie mit dem Samen, den man aussät – man soll ihn öfter aussäen, denn dann hat man die Gewähr, daß die Saat auch aufgeht. Wenn wir lange überlegen, ob es vielleicht zu viel regnen wird und die Saat weggeschwemmt werden könnte, oder die Sonne zu heiß brennen wird, sodaß die Saat verdorrt, und deshalb gar nicht aussäen, werden wir niemals die Möglichkeit haben, etwas zu ernten.
Wenn wir uns im Leben davon abhalten lassen, etwas zu beginnen, nur weil sich vielleicht kein Erfolg einstellen könnte, dann wird unser Leben in jedem Falle fruchtlos dahinsiechen. Wenn man nichts bewegt, nichts tut, kann nichts werden. In der Bibel steht: handle !! Handeln mit Kraft und Zuversicht, mit dem Bewußtsein, daß es auch die Möglichkeit gibt, daß das Vorhaben nicht gelingt, aber man alles daransetzt, daß es gelingen kann. In der Ungewißheit sollen wir nicht stillstehen, sondern im Vertrauen und in der Hoffnung auf den Herrn handeln.
In der Bibel haben wir das Beispiel von Samaria, wo der Hunger so groß war, daß man am Verzweifeln war. Vor dem Stadttor waren Aussätzige, die den Mut hatten, in das Lager der Syrer zu gehen – sie meinten, sie würden in jedem Falle sterben, aber es bestünde auch die Hoffnung, zu überleben. Die Furcht der Bewohner in der Stadt war zu groß, um hinauszugehen und draußen nach Nahrung zu suchen. Was den Aussätzigen gelang, half den Bewohnern der Stadt, denn diese kamen nach der Botschaft, daß die Syrer weg waren, ebenfalls hinaus und konnten sich an den Gütern laben. Die Aussätzigen haben gehandelt !! Gott will, daß wir handeln, daß wir uns bewegen, nicht stillstehen und „bessere Zeiten “ abwarten.
Der Herr gibt alles zu unserer Verfügung, er zeigt uns das Ziel, aber wir müssen uns dorthin begeben. Nur wenn wir aufbrechen und dorthin gehen, wo Gott uns haben will, wird sein Reich uns gehören.
Oft beginnen wir mit Eifer ein Werk, das wir aber nicht vollenden, weil uns in der Mitte des Weges Unsicherheit und Zweifel zu plagen beginnen. Wir lassen das Projekt fallen und wenden uns einem neuen zu. Dieses kann aber auch nur dann zu Ende geführt werden, wenn wir die nötige AUSDAUER haben. Wenn ein Pastor beginnt, seine Anhänger auf den Weg zu Gott zu führen und sich im Laufe des Weges Schwierigkeiten auftun, dann muß er von seiner Ausdauer Gebrauch machen, denn sonst bleiben alle am halben Weg stecken.
In der Früh säen – am Nachmittag auch, denn wir wissen nicht, wann die Sonne oder das Wasser den Samen zum Wachsen bringt. Man muß ausdauernd sein – sowie der Sohn Davids, der immer lauter schrie, obwohl er stillgeheißen wurde, immer lauter, bis Jesus ihn holen ließ.
Es ist nicht leicht, dranzubleiben, Ausdauer zu beweisen, aber der Lohn winkt. Der Herr hat uns zusammengerufen, sein Wille hat uns dorthingeführt – oder wir sind noch am Weg dahin – wo er uns haben möchte. Verlieren wir die Kraft nicht, immer wieder zu rufen, immer wieder aufzustehen, immer wieder weiterzugehen !! Wenn einer an die Tür klopft und gleich aufhört, wird er leicht überhört, niemand kommt, um ihm zu öffnen. Wenn er aber die Geduld nicht verliert, sondern mit Ausdauer klopft, wird sicher jemand kommen, um zu öffnen, wird er gehört werden. Wer Gottes Früchte ernten will, muß sein Leben immer wieder neu ausrichten, jede Abweichung vom Wege immer wieder korrigieren, neu Kraft sammeln, neu aufstehen – neu säen – der Heilige Geist hilft dabei, er möge uns erneuern und das in uns aktivieren, was brach liegt und ohne Hoffnung ist. Er soll die Kraft geben, um den Erfolg zu kämpfen, um das zu erlangen, was Gott mit uns vorhat, was ER für uns vorbereitet hat.