13.06.2020 Einheit

Psalm 78: 1-6

Höre, mein Volk, meine Lehre;
neigt eure Ohren zu den Reden meines Mundes!

Ich will meinen Mund zu einer Gleichnisrede öffnen,
will Rätsel vortragen aus alter Zeit.

Was wir gehört und gelernt haben
und was unsere Väter uns erzählt haben,

das wollen wir ihren Kindern nicht vorenthalten,
sondern den Ruhm des Herrn erzählen dem späteren Geschlecht,
seine Macht und seine Wunder, die er getan hat.

Denn er hat ein Zeugnis aufgerichtet in Jakob
und ein Gesetz gegeben in Israel;
und er gebot unseren Vätern,
es ihren Kindern zu verkünden,

damit das spätere Geschlecht es wisse,
die Kinder, die noch geboren werden sollten,
damit auch sie aufständen
und es ihren Kindern erzählten;

Wir Christen befolgen das Gesetz, wir sind in einer Gemeinschaft des Glaubens, in einer Einheit.

Was bedeutet Einheit, zusammenhalt? Was kann zusammenhalten?  Können nur gleiche Dinge zusammenhalten, oder ist es auch möglich, daß verschiedene Dinge sich zu einer Einheit formen?

Beim Backen z.B. kommen Dinge zusammen, die eigentlich nicht zusammenpassen: Wasser und Öl – das mischt sich ja nicht ?! Wenn aber Mehl, Milch, Eier etc.  dazukommen, entsteht eine homogene Masse, die am Ende ein vollkommenes Werk ergibt.

Wie ist es mit Menschen, die eine völlig andere Einstellung haben als wir selbst? Kann es da eine Einheit geben? Oder sollen wir uns von solchen Menschen fernhalten, weil sie einen  “schlechten Einfluß” auf uns ausüben? – Niemand ist nur schlecht oder nur gut, es geht darum, verschiedene Charaktere in einem Bestreben zu vereinen – in der Liebe und Gnade des Herrn, der uns in unserer Vielfältigkeit geschaffen hat, mit verschiedenen Talenten und Ansichten, und uns so liebt, wie wir sind.

Viele Dinge können nicht gedeihen, wenn die Menschen nicht gemeinsam handeln. Um gemeinsam zu handeln, müssen wir die Fähigkeiten jedes Einzelnen respektieren, ihn in unsere Mitte nehmen, ihm helfen, das was vielleicht noch im Verborgenen ruht, gemeinsam an den Tag bringen, seine Qualitäten größer machen. —– Nicht ich bin der größere, aber ich freue mich, wenn ich Dir helfen kann, zu wachsen. —–

Gemeinsam befolgen wir die Gesetzt. Gesetzlosigkeit bringt niemanden weiter :  (in der Bibel: Richter21:25 In dieser Zeit gab es kein Gesetz in Israel, jeder agierte nach seinem Gutdünken”

Im Gesetz Christi sind wir ein Körper, eine Einheit, jeder mit verschiedenen Fähigkeiten, alle ausgerichtet nach dem Wort des Herrn. Wie die Apostel Zeit brauchten, um Jesus zu verstehen, zu begreifen, was er von ihnen wollte, so brauchen auch wir Zeit, Einheit braucht Zeit, um zu entstehen. sie beginnt langsam zu wachsen.Einheit braucht Anstrengung, Probleme müssen gelöst werden.

Jesus  selbst zog sich immer wieder zurück, um zu beten, er gab sich für uns hin, fragte nicht, gehorchte dem Vater. Kirche ist eine Gemeinschaft, die dem Herrn gehorcht, nicht fragt, warum, wenn es sich um das Wort Gottes handelt. Fragen  “warum” soll man aber immer, wenn jemand etwas will, ob es wohl dem Gesetz entspricht, ob ich es ausführen kann mit gutem Gewissen, oder ob ich es ablehnen soll.  Wenn Dich jemand auffordert, soviel zu trinken, bis Du betrunken bist und nicht mehr weißt, was Du tust,  wirst Du sicher eine klare Haltung und ein Nein dazu finden.

Paulus sagt, daß er der geringste unter den Aposteln ist, aber das gesteht er sich auch erst nach einer langen Zeit des Wachsens und Lernens ein. Um Einheit zu erlangen, müssen wir demütig sein. Zugeben, daß wir geringer sind als der Andere, müssen den Stolz ablegen. Mit der Gemeinschaft in eine Richtung – hin zu Gott streben. Der Heilige Geist ist es, der uns dabei hilft, er arbeitet in uns, wenn wir ihn im ständigen Gebet darum bitten. Wir müssen an uns arbeiten, Veränderung herbeiführen, niedersteigen, nicht sich selbst erhöhen.

Jesus sagt: “Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden, wer sich erniedrigt, wird erhöht werden.” – Sich nicht auf den ersten Platz setzen, denn es könnte einer kommen, dem man diesen Platz überlassen muß – sich auf den letzten setzen und warten, ob man vorgerufen wird.

Bitten wir immer und immer wieder um die Demut, denn diese allein kann uns helfen, den Weg, den wir gehen wollen, auch ohne Umwege zu vollenden.